Heute Nachmittag fand im Kreishaus in Düren eine spannende Infoveranstaltung des “Netzwerk Bergbaugeschädigter des rheinischen Braunkohlereviers e.V.” statt. Anwesend waren, neben Mitgliedern des Netzwerkes, Betroffenen (von Mönchengladbach bis Kerpen, Bergheim bis Inden, Nörvenich, …), viele Grüne Kommunalpolitiker aus den potentiell betroffenen Orten, Gudrun Zentis (Landagskandidatin Wahlkreis Düren II, Reiner Priggen (MdL) und Oliver Krischer (MdB).
Eindrucksvoll wurde von Herrn Immekus (vom Netzwerk / von Beruf Markscheider (das sind im Bergbau tätige Vermessungsingenieure mit Zusatzqualifikation) vorgetragen, welche Probleme durch die grossflächige Grundwasserspiegelabsenkung jetzt und in Zukunft auf die Region zukommen. Schnell wurde deutlich, das sich der Betreiber der Tagebaue hier häufig aus der Verantwortung stiehlt. Durch die Grundwasserspiegelabsenkung kann es auch noch viele Kilometer entfernt vom nächsten Braunkohletagebau zu Schäden an Gebäuden kommen. Diese vom RWE anerkannt zu bekommen, so berichten die Betroffenen, ist aber sehr schwierig. Natürlich trifft es nicht nur private Haushalte: Auch die Einrichtungen von Gemeinden sind betroffen. Hier nicht nur öffentliche Gebäude, sondern zum Beispiel auch Strassen, oder weniger offensichtlich, Kanalisationen. Wenn Kanäle saniert werden müssen, kostet das immer eine Menge Geld: Hier sollte also in der Region immer erst geprüft werden, ob vielleicht ein Bergbauschaden vorliegt. Denn ein Unternehmen, das 4,50€ pro Aktie an Rendite bezahlt, kann da durchaus in die Pflicht genommen werden. Gerade unter einem solchen Aspekt, bekommt das Märchen vom “subventionsfreien Energieträger Braunkohle”, wie RWE es gern erzählt, einen sehr faden Beigeschmack!
Als Fazit der Veranstaltung wurde gezogen, dieses Thema endlich mehr in den Focus der Öffentlichkeit zu bringen. Einmal durch die politische Ebene, in den Gemeinderäten, aber auch im Landtag, Braunkohleausschuss und im Bundestag. Es muss eine Schlichtungsstelle eingerichtet werden, die analog zur Schlichtungsstelle in den Steinkohlerevieren! Desweiteren sollten zukünftige Schäden, wie im Steinkohlebergbau auch, durch eine Stiftung des Bergbautreibenden abgesichert werden!
Wer sich weiter Informieren möchte, kann dies beim Netzwerk Bergbaugeschädigter e.V. tun!
Auch ich werde selbstverständlich nach dieser aufrüttelnden Veranstaltung an diesem Thema dranbleiben!